Erste Französisch Stunde

Sitz von ACM in la Source

Sitz von ACM in la Source

Ja Endlich!

Heute hatte ich meine erste Französisch-Stunde. Bei ACM Formation im Erdgeschoss von diesem Haus in La Source – eine halbe Stunde mit der Straßenbahnlinie A entfernt. Es ging um être (sein) und avoir (haben). Ich bin der einzige Deutsch und wir haben 4 Marokkanerinnen, eine Afrikanerin, eine Portugiesin, einen Albaner und einen Kosovaren in der Gruppe, der mich mit dem einzigen deutschen Satz den er konnte begrüßte: „Ich bin ein deutscher Soldat“. Wie gut es wird weiß ich noch nicht, aber dafür ist es kostenlos – und einen spannende Erfahrung allemal!

Auf dem Rückweg konnte ich die Folgen der Idee sehen, alle Schulen gleichzeitig um 5 Uhr enden zu lassen. Die meisten Leute haben auf die nächste Tram gewartet (oder die übernächste oder die überübernächste…?).

Porte Bannier

An diesem Wochenende fand der Tag des offenen Denkmals, oder Journées européennes du patrimoine wie die Franzosen es nennen. Nicht viel haben wir besucht, aber eine Sache war sehr beeindruckend: Das Porte Bannier: Direkt unter dem Place du Martroi gibt es die Reste eines alten Stadttores, dass hier vom 10. bis 14. Jahrhundert einmal stand. Als Mitte der 80er Jahren ein Parkhaus unter dem Platz gebaut wurde, stieß man auf Reste der Befestigungsanlage, die man heute besichtigen kann. Woher der Name Martroi kommt ist übrigens nicht ganz eindeutig – wie bei vielen Straßen- und Platznamen hier. Aber die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass er von dem Wort martyrs (Märtyrer) kommt. Der Name Bannier ist entweder die Abwandlung des Namens eines bedeutenden Herren der hier einmal wirkte (dessen Namen ich leider vergessen habe) oder es stammt von dem Wort bannière (Banner). Eine weitere Anekdote hat uns die Dame erzählt, die uns geführt hat: Während der archologischen Arbeiten hat man ein riesiges Arsenal an Schuhen gefunden wurde, die hier ein kinderloser Schuhmacher entsorgt hat…

Hier habe ich noch ein Bilder während der Ausgrabungsarbeiten (deutsche Version) gefunden.

Das Wort: Couteau

In dieser Rubrik möchte ich wöchentlich ein französisches Wort behandeln, das ich neu gelernt habe…

Kuto!!!!Eines der ersten Worte, die mir Emilie beigebracht hat war die französische Bezeichnung für Messer. Wenn man couteau ließt, ist es erstmal nicht so ungewöhnlich, aber ausgesprochen wird das Ganze Kuto – das hat mich sehr überrascht! Denn ich hätte nicht vermutet, dass in der französische Sprache, die sich am besten mit zugehaltener Nase spricht ein so scharfes Wort vorhanden ist. Zusätzlich klingt es in meinen Ohren auch noch eher japanisch – wie ein Samurai, der mit seinem couteau zuschlägt!

Nach der Übersetzung des französischen Wiktionary-Artikels stammt das Wort allerdings von dem lateinischen Wort cultellus (Messer / eisener Pflug) ab, das stark mit dem Wort cultures (Kult) verbunden ist – da haben sie Recht – es braucht schon eine gewisse Kultur, um ein Messer richtig umzugehen…

Berlin @Night

Die folgenden Bilder sind bei einem Experiment entstanden: Als ich mit meiner guten Freundin Z. telefoniert habe bin ich mit Headset und Kamera bewaffnet vor die Tür gegangen. An jeder Kreuzung habe ich sie gefragt, in welche Richtung ich gehen soll. Immer wenn sie „Stopp“ gesagt hat habe ich von der Stelle wo ich gerade stand ein Bild aufgenommen.
Diese Bilder habe ich in Photoshop gerichtet und telweise die Farben entfernt – sie stören in der Nacht sowieso nur und geben nicht den Blick aus Wesentliche frei…

Heringsdorf, 5.12.2010, Ostsee im Schnee

Nach den Wochen der Hektik hat es mich für 24 Stunden auf die Ostseeinsel verschlagen. Eigentlich sollte es ja nach Venedig gehen, aber der viele Schnee auf dem Weg dorthin hat uns dann doch in eine andere Richtung getrieben. Das Rauschen des Meeres beruhigte mich und weil sich mein Handy dauernd in das polnische Netz einwählte habe ich keine Anrufe und kein Internet benutzt – himmlich!

Und der Strand ist auch bei Schnee ein schöner Anblick – das richtige Schuhwerk vorrausgesetzt…

New York, 25.10.2010 19:00 Uhr – Rockefeller Center

Rockefeller war ein Kapitalist, der viel Geld machte – aber er verstand es, Menschen für sich zu begeistern. Wegen seines wagemutigen Wagnisses während der Depression das Rockefeller Center zu errichten und damit viele Arbeitsplätze zu schaffen, Wird er auch heute noch sehr verehrt. Der Ausblick von der Dachterrasse aus ist wirklich sehr schön, auch wenn der angepriesene 360° Blick durch neue Dachaufbauten nicht mehr gegeben ist. Nachdem ich beobachtet habe, wie die Stadt langsam von der Dunkelheit überzogen wird habe ich noch einen Blick auf die Eisbahn geworfen. Für die nächsten Tage sind sogar Temperaturen über 20°C angekündigt – aber die weltberühmte Eisfläche ist bereits seit Mitte Oktober aktiv. Ich glaube ich werde aus Spaß ein anderes Mal die 18$ investieren (10$ Eintritt + 8$ Leihgebühr) – wie oft kommt man schon dazu, so etwas zu erleben und kurzärmelig mit den „rich kids“ auf dem Eis zu tanzen?

New York, 22.10.2010 21:00 Uhr – The met

Dieses Museum ist unglaublich! Der Louvre kann einpacken – und in Berlin gibt es sowieso kein einzelnes Museum das mit dieser sagenhaften Ausstellung mithalten kann. Es gibt eine riesige europäische Ausstellung, die teilweise ganze Zimmer verschieder historischer Wohn- und Schlafräume zeigt. Jetzt habe ich ein Gefühl dafür, wie sich die Griechen oder Mesoputanier fühlen müssen, wenn sie das Pergamon-Museum in Berlin besuchen. Fast wie ein Zoo ohne Tier…
Außerdem hat mir die Ausstellung erneut gezeigt, dass ich keine Ahnung von nordamerikanischer Kunst aus dem 18-19Jh. habe. Aber insgesamt unterscheidet sie sich nicht sehr von der europäischen – nimmt aber manchmal seltsame Züge an: Bei dem Indian aus Marmor in klassisch-antiker Haltung weiß ich nicht, ob es sich um Ironie oder Kitsch handelt. Einen weiteren beachtlichen Teil nehmen Möbel in Glasvitrinen ein, die teilweise in vier Ebenen dicht an dicht stehen. Das wirkt wie ein riesiger Antiquitätenmarkt.
Auch die zeitgenössische Kunst darf hier natürlich nicht fehlen – und die Anzahl bekannter Meisterwerke ist beachtlich. Aktuelles Highlight ist eine riesige Bambus-Konstruktion auf dem Dach des Hauses mit sagenhaftem Blick auf  den nachtschwarzen Central Park und die dahinter liegende Skyline.
Nachdem ich 2 Stunden durch dieses Museum gewandert bin, ohne großartig stehen geblieben zu sein, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass falls es meine Zeit erlaubt einen weiteren Tag dort zu verbringen. Bei einem New York-Besuch darf es auf keinem Fall fehlen – aber das könnte man ich hier inzwischen über so vieles hier sagen, dass eine Auswahl schwer fällt.

New York, 22.10.2010 16:00Uhr – Carnegie Hall

Sie ist legendär, wurde vom seinerzeit reichsten Mann der Welt auf Bitte seiner Frau errichtet, stand in den sechziger Jahren kurz vor dem Abriss und wird 2011 ihren 130ten Geburtstag feiern – die Carnigal Hall ist ein beeindruckendes Konzerthaus mit ausgezeichneter Akustik. (Wobei ich ein leichtes Echo gehört habe, als der Pianist des Abends während der Führung kurz auf dem Flügel klimperte – das lag aber wahrscheinlich daran, dass der Saal leer war.) Aber sowohl der Blick als auch die Lautstärke ist selbst von den oberen Rängen sehr gut. Und die Dame, die uns durch das Haus führte, schien fast schon so alt und voller Anekdoten wie das Haus selbst…